Aby Warburgs Kulturtheorie zwischen Foto, Kino, Netz
Aby Warburg gilt nicht nur als einer der großen Kunsthistoriker des beginnenden 20. Jahrhunderts, sondern auch als einer der ersten und wichtigsten Vordenker aktueller Kulturwissenschaft und Bildtheorie . Einige seiner zentralen Gedanken werfen ein neues, bisher kaum wahrgenommenes Licht auf die Entwicklung technisch reproduzierter Bilder des 20. Jahrhunderts. Mit der Herausarbeitung seiner Konzeption des energetischen Bildes strebt das vorliegende Projekt eine Revision des Bildbegriffs, insbesondere in Bezug auf Fotografie, Film und digitale Medien an.
Intensives Quellenstudium im Warburg Institute Archive, London förderte neue, bisher unveröffentlichte Belege und Dokumente über Warburgs Tätigkeit als Fotograf , über sein Verhältnis zum Film und seine eigene ‚hypertexuellen' Schreibweise zutage. Sie unterstützen und illustrieren die These vom energetischen Bild und werfen ein neues Licht auf eine der schillerndsten Denker kulturellen Lebens in Europa.
In der Vielzahl der Publikationen zu Warburg fehlt bisher genau diese Perspektive des Weiterdenkens seiner Theoreme auf dem Felde der Bilder der Gegenwart , von der Fotografie über das Kino bis zur digitalen Bildkultur jenseits der Grenzen traditioneller Kunstgeschichtsforschung. Das Projekt will damit eine Brücke zwischen den kunst-, medien- und kulturwissenschaftlichen Zugängen bauen und durch Warburgs Theoreme Anregungen zum Verständnis digitaler Gegenwartskultur geben.
Erste Ergebnisse dieses Projekts sind 2007 unter dem Titel Foto, Kino und Computer . Aby Warburg als Medientheoretiker in der Europäischen Verlagsanstalt, Hamburg erschienen. Für 2008 ist eine französische Fassung geplant, die unter dem Titel Images, Oiseaux. Aby Warburg et la théorie des cultures entre cinéma, photographie et ordinateur bei Klincksieck, Paris erscheinen wird.